Pascal Wehrlein

Pascal Wehrlein ist erneut Champion der ABB FIA Formel-Weltmeisterschaft: Beim Finale der Saison 2025/2026 in London holte der Porsche-Werkspilot erst einen Rennsieg und beendete das zweite Rennen auf Platz 14. Damit sicherte er sich nach der Saison 2023/2024 erneut den Fahrertitel in der vollelektrischen Rennserie. Der 31-Jährige bleibt der einzige deutsche Formelsport-Weltmeister nach Nico Rosberg 2016 (Formel 1; Mercedes-AMG). Neu teilt Wehrlein sich einen Rekord: Nur ihm und dem Franzosen Jean-Éric Vergne gelangen bislang je zwei Meistertitel in der Formel E. Die Serie feierte 2014 ihre Premiere.

Pascal Wehrlein kam am 18. Oktober 1994 in Sigmaringen zur Welt – der Vater Schwabe, die Mutter aus Mauritius. Als junger Kartsportler und Formelpilot avancierte er zu einer der großen Motorsport-Nachwuchshoffnungen Deutschlands, setzte sich gegen andere Talente durch und stach heraus. Früh unterstützten ihn die Porsche-Nachbarn von Mercedes-AMG. Bereits als Formel-1-Testfahrer bei den Silberpfeilen krönte er sich mit gerade einmal 20 Jahren zum jüngsten DTM-Champion der Geschichte (2015). Es folgten weitere Stationen im Grand-Prix-Sport, darunter Stammcockpits bei Manor Racing (2016) und dem Sauber-Rennstall (2017).

Der Durchbruch in der Formel 1 blieb Wehrlein trotz starker Leistungen verwehrt. Vom Testfahrer für die Scuderia Ferrari wechselte er als Werksfahrer zum noch jungen Formel-E-Team von Porsche, nachdem er bereits Erfahrungen in der innovativen Elektrorennserie gesammelt hatte. Zwei Saisons lang mischte er im indischen Mahindra-Team das Feld auf. Was folgte, war der Beginn einer neuen deutschen Motorsport-Erfolgsgeschichte.

„Ich bin noch kein alter Hase, aber eben auch kein Rookie mehr“, so Wehrlein, als Porsche für die Formel-E-Saison 2020/2021 einen neuen Piloten suchte. Eine attraktive Mischung für den Stuttgarter Sportwagenhersteller. Und siehe da: Der Erfolg stellte sich ein. Schon bei seinem vierten Rennen mit Porsche gelang ihm der Sprung aufs Podest. In der Folgesaison war er es, der den ersten Sieg für Porsche unter Dach und Fach brachte – vor spektakulärer Kulisse in Mexico City und direkt vor seinem damaligen Teamkollegen André Lotterer.

Als Porsche mit Einführung der hocheffizienten Gen3-Version des Porsche 99X Electric der entscheidende Performance-Sprung gelang, etablierte Wehrlein sich an der Spitze der Formel E. Trotzdem reichte es in der Saison 2023 noch nicht zum Titel, unter anderem wegen zu inkonstanter Leistungen im Qualifying, das aufgrund seines K.o.-Formats besonders mental absolute Spitzenleistungen verlangt. Für die Saison 2024 merzten Pascal und die Weissacher Werksmannschaft die Schwächen weitgehend aus.

Einmal ist keinmal

Als Porsche mit der Einführung der GEN3-Version des Porsche 99X Electric der entscheidende Performance-Sprung gelang, etablierte sich Wehrlein an der Spitze der Formel E. Trotzdem reichte es 2023 noch nicht zum Titel, unter anderem wegen zu inkonstanter Leistungen im Qualifying, das mit seinem K.o.-Format auch mental absolute Spitzenleistungen verlangt. 2024 merzten Pascal und das Weissacher Werksteam die Schwächen jedoch weitgehend aus. Als bester Qualifyer der Saison holte er erstmals den Titel – in einem hochspannenden Finale und nach einem Rückstand von 12 WM-Punkten.

Ähnlich war die Situation im Jahr 2026, nachdem Wehrlein nach zwei punktlosen Rennen in Tokio vor dem Rennen in London die Führung in der Meisterschaft verloren hatte. Diesmal betrug der Rückstand fünf Punkte. Doch er glich diesen Rückstand mit seinem Sieg beim London E-Prix am Samstag wieder aus. Obwohl er beim E-Prix am Sonntag keine Punkte holte, reichte es für den Deutschen, um sich seinen zweiten Titel mit fünf Punkten Vorsprung zu sichern.

Familienglück in der Schweiz

Vor dreieinhalb Jahren brachte Pascals Schweizer Partnerin Sibel Töchterchen Soleya zur Welt. Beide stellen für ihn einen Quell der Stärke dar. Ein Haus baute die junge Familie ebenfalls – in Kreuzlingen in der Schweiz, in der auch andere Weltsportler nicht nur Natur und Lebensqualität des Landes genießen, sondern auch die höfliche Zurückhaltung der Menschen in der Region. Nico Müller, Pascals Teamkollege im Porsche Formel-E-Team, ist gebürtiger Schweizer und lebt ebenfalls in der Alpenrepublik.

Pascal Wehrlein, Porsche-Werksfahrer (#94): „Ich bin sehr stolz darauf, wie wir dieses Wochenende umgesetzt haben und wie wir unter Druck nicht eingebrochen sind. In den ersten 15 Saisonrennen haben wir die Messlatte sehr hoch gelegt. Das war unsere Ausgangslage vor dem Finale. Heute haben wir den Job erledigt. Ich möchte allen im Team und allen im Werk danken, die geholfen haben, dieses Auto zu bauen. Wir sind der erfolgreichste Hersteller der GEN3-Ära und haben so viele Meisterschaften gewonnen. Ich liebe mein Team. Ich liebe alle, die mit mir arbeiten und an mich glauben. Ein ganz besonderer Dank gilt auch Nico für seinen großen Beitrag zu diesem Titel. Heute Abend feiern wir. Und dann: Her mit der GEN4.“

Persönliches

Geburtsdatum: 18.10.1994
Geburtsort: Sigmaringen (DE)
Nationalität: deutsch/mauritisch
Wohnort: Kreuzlingen (Schweiz)
Familienstand: ledig
Größe und Gewicht: 1,75 m und 70 kg
Hobbys: Snowboarden, Wakeboarden, Fitness
Internet: www.pascal-wehrlein.de
Instagram: @pascal_wehrlein
X: @PWehrlein  

Die Karriere von Pascal Wehrlein

2025 24 Stunden von Le Mans (Porsche Penske Motorsport)
2020–heute Porsche-Werksfahrer
2020–heute Formel E (TAG Heuer Porsche Formel-E-Team)
Weltmeister 2023/2024 & Weltmeister 2025/2026
2019–2020 Formel-1-Testfahrer (Scuderia Ferrari)
2018–2020 Formel E (Mahindra Racing)
2018 DTM (HWA-Mercedes)
Formel-1-Testfahrer (Mercedes-AMG)
2017 Formel 1 (Sauber F1 Team)
2016 Formel 1 (Manor Racing)
2015 Formel-1-Testfahrer (Mercedes-AMG und Force India)
2014–2015 DTM (HWA-Mercedes)
Meister 2015
Formel-1-Testfahrer (Mercedes-AMG)
2013 DTM (Mücke Motorsport)
Formel 3 (Mücke Motorsport)
2012 Formel 3 (Mücke Motorsport)
2010–2011 ADAC Formel Masters (Mücke Motorsport)
Meister 2011
Bis 2009              Kartsport

Related Content